KI-Datenschutz im Unternehmen

KI-Souveränität beginnt bei den eigenen Daten: Warum Unternehmen wissen müssen, welche Informationen KI-Systeme nutzen, wo sie verarbeitet werden und wer darauf zugreifen kann.

KI -Datenschutz im Unternehmen:
Wer hat die Kontrolle über Ihre Daten? 

Wenn der Marktplatz Sie besser kennt als Sie sich selbst

Ein Szenario, das längst mehr als eine theoretische Frage ist: Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen Ihre Produkte über einen großen Online-Marktplatz. Monatelang haben Sie recherchiert, ausprobiert und investiert, bis Sie eine kleine Marktnische gefunden haben, die bislang kaum bedient wird. Ihr Produkt funktioniert: Die Bestellungen steigen, die Bewertungen sind gut, die Marge stimmt.

Die Plattform sieht diese Entwicklung. Sie weiß, wie oft Ihr Produkt gesucht wird, wie viele Menschen es kaufen, zu welchem Preis und wie sich Ihre Verkaufszahlen entwickeln. Eines Tages taucht auf demselben Marktplatz ein sehr ähnliches Produkt auf – angeboten von dem Unternehmen, das zugleich die Plattform betreibt. Nach und nach verliert Ihr eigenes Produkt an Sichtbarkeit, die Verkäufe gehen zurück.

Irgendwann stellt sich eine unangenehme Frage: Hat der Plattformbetreiber anhand meiner Daten erkannt, wie attraktiv diese Nische ist – und dieses Wissen für das eigene Geschäft genutzt?

Sie wissen es nicht. Und genau darin liegt das Problem: Der Betreiber stellt nicht nur den Marktplatz und dessen Infrastruktur bereit. Er verfügt über detaillierte Informationen über die dort stattfindenden Transaktionen und kann gleichzeitig selbst als Wettbewerber auftreten.

Dass diese Konstellation wettbewerbsrechtlich relevant ist, zeigt ein reales Beispiel: Die Europäische Kommission untersuchte bei Amazon unter anderem die Nutzung nichtöffentlicher Geschäftsdaten unabhängiger Marketplace-Händler. Im Dezember 2022 erklärte sie von Amazon angebotene Verpflichtungen für rechtsverbindlich. Dazu gehört, solche nichtöffentlichen Händlerdaten nicht für das eigene Einzelhandelsgeschäft im Wettbewerb mit den Marketplace-Händlern zu nutzen.

Wohin fließen unsere Daten

KI-Datenschutz

Daten sind das neue Gold – In Ihren Daten steckt Ihr Unternehmenswissen

Wer genügend Daten über ein Unternehmen besitzt, kann nachvollziehen, warum es erfolgreich ist: Wer sind die Kunden? Was kaufen sie? Welche Preise funktionieren? Wie laufen Prozesse ab und welche Entscheidungen werden getroffen? Früher steckte ein großer Teil dieses Wissens in den Köpfen erfahrener Mitarbeiter. Heute findet es sich zunehmend in E-Mails, CRM-Systemen, internen Richtlinien, Chats, Präsentationen und Prozessbeschreibung.

Der  Selbsttest:

Wie mächtig diese Daten in Verbindung mit KI werden, haben wir bei SYSTAG selbst erlebt. In einem geschützten Experiment  haben wir einer KI gezielt Zugriff auf die E-Mails eines Projekts gegeben. Innerhalb weniger Stunden hatte sie ein erstaunlich detailliertes Verständnis des Projekts, der beteiligten Personen, deren Rollen und vieler interner Zusammenhänge entwickelt. Die Geschwindigkeit und Tiefe dieser Analyse hat selbst uns überrascht.

Hier verändert KI die Risikoeinschätzung: Wer Zugriff auf große Teile der Unternehmenskommunikation erhält, bekommt heute potentiell weit mehr als einzelne Dokumente: KI erzeugt daraus ein zusammenhängendes Bild des Unternehmens und seines Wissens.

Das macht auch die Abhängigkeit von Big-Tech-Plattformen zu einer strategischen Frage. Ein Unternehmen, das beispielsweise große Teile seiner Kommunikation, Dokumente, Termine und Zusammenarbeit über Microsoft 365 organisiert, bündelt dort einen erheblichen Teil seines digitalen Unternehmenswissens. Das bedeutet nicht, dass Microsoft dieses Wissen automatisch für eigene Zwecke analysiert. Es bedeutet aber: Die technische und wirtschaftliche Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter wird mit KI strategisch relevanter als bisher.

Entwickeln Sie einen Plan B

Der Händler aus unserem Beispiel hat ein Problem: Als sich seine Abhängigkeit bemerkbar machte, war es bereits zu spät, darüber nachzudenken. Genau das sollten Unternehmen bei ihrer IT vermeiden.

Erstellen Sie heute Ihren Plan B. Nicht weil Sie die Big Player wie Microsoft, Google oder Amazon morgen verlassen müssen – sondern damit Sie selbst entscheiden können, ob und wann Sie es tun.

Wie souverän ist Ihr Unternehmen beim Einsatz von KI?

Unser Whitepaper hilft Ihnen, diese Fragen systematisch für Ihr Unternehmen einzuordnen. Dafür betrachten wir KI- und Datensouveränität in vier Stufen – vom grundlegenden Datenschutz über europäische Datenstandorte bis zur Kontrolle der technischen Supply Chain.

Das Ziel ist nicht maximale Souveränität um jeden Preis. Entscheidend ist, für unterschiedliche Daten und Anwendungsfälle das passende Schutzniveau zu bestimmen.

Ihr persönlicher Kontakt

Niels Wiederanders

Ppa. Niels Wiederanders

B.Sc. Wirtschaftsinformatik
Head of Development & CTO

E-Mail:Niels-Wiederanders@systag.com
Telefon: +49 7123 / 92 02 – 0