Erfahren Sie, welche Risiken beim mobilen Arbeiten entstehen und mit welchen organisatorischen und technischen Maßnahmen Sie Unternehmensdaten wirksam schützen.

Mobiles Arbeiten sicher gestalten: So schützen Unternehmen ihre Daten auf Reisen

25. Juli 2026  Ob Geschäftsreise, Homeoffice oder Urlaubszeit – Mitarbeitende greifen heute von nahezu überall auf Unternehmensdaten zu. Die gewonnene Flexibilität bringt neue Herausforderungen für die IT-Sicherheit mit sich.

Cyberkriminelle nutzen gezielt Situationen aus, in denen Menschen unter Zeitdruck stehen oder außerhalb der gewohnten Arbeitsumgebung arbeiten. Öffentliches WLAN, Phishing-E-Mails oder unklare Vertretungsregelungen bieten ideale Angriffspunkte. Besonders in der Urlaubszeit steigt das Risiko zusätzlich: Teams arbeiten mit reduzierter Besetzung, Vertretungen übernehmen ungewohnte Aufgaben und Entscheidungen werden häufiger unter Zeitdruck getroffen.

Viele Sicherheitsvorfälle lassen sich mit überschaubarem Aufwand vermeiden. Neben technischen Maßnahmen spielen klare Prozesse und eine gelebte Sicherheitskultur eine entscheidende Rolle.

In diesem Leitfaden erfahren Sie,

  • welche Risiken beim mobilen Arbeiten relevant sind,
  • wie Sie Endgeräte, Benutzerkonten und Netzwerkverbindungen wirksam absichern,
  • welche organisatorischen Maßnahmen Unternehmen treffen sollten
  • und wie Sie das Sicherheitsbewusstsein Ihrer Mitarbeitenden nachhaltig stärken

Das Wichtigste in Kürze

Mobiles Arbeiten erhöht die Flexibilität von Unternehmen und stellt höhere Anforderungen an die IT-Sicherheit. Unternehmen sollten insbesondere

  • mobile Endgeräte (Smartphones, Tablets, Laptops) absichern,
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) einsetzen,
  • sichere Netzwerkverbindungen nutzen,
  • Mitarbeitende für Phishing, Social Engineering etc. sensibilisieren,
  • Zugriffsrechte regelmäßig überprüfen,
  • Vertretungsregelungen und Freigabeprozesse klar definieren,
  • sowie einen Notfallplan für verlorene oder gestohlene Geräte etablieren.

IT-Sicherheit endet nicht an der Bürotür. Sie muss überall dort funktionieren, wo Mitarbeitende auf Unternehmensdaten zugreifen.

Bei uns eingehende Phishing Emails der letzten Tage

Warum mobiles Arbeiten neue Cyberrisiken schafft

Mitarbeitende greifen heute über Cloud-Dienste wie Microsoft 365, ERP-Systeme oder CRM-Lösungen von den unterschiedlichsten Orten auf dieselben Informationen zu. Das steigert die Flexibilität und Produktivität und verändert gleichzeitig das Sicherheitsmodell grundlegend.

Heutzutage suchen Angreifer gezielt nach dem vermeintlich einfachsten Einstiegspunkt – dem Menschen. Gestohlene Zugangsdaten, manipulierte QR-Codes, gefälschte Login-Seiten oder täuschend echte E-Mails reichen oft aus, um Zugriff auf sensible Unternehmensinformationen zu erhalten.

Mobiles Arbeiten findet selten unter idealen Bedingungen statt. Im Zug wird schnell eine E-Mail beantwortet, im Hotel verbindet man sich mit einem unbekannten WLAN und beim Kunden bleibt der Laptop für einen kurzen Moment unbeaufsichtigt. Jeder dieser alltäglichen Momente kann zum Ausgangspunkt eines Sicherheitsvorfalls werden.

Die Konsequenz: Unternehmen benötigen heute ein Sicherheitskonzept, das nicht nur das Büro schützt, sondern jeden einzelnen Zugriff auf Unternehmensdaten – unabhängig davon, wo gearbeitet wird.

Praxistipp: Viele Unternehmen investieren zuerst in zusätzliche Sicherheitssoftware. Häufig lässt sich das Risiko jedoch bereits deutlich reduzieren, wenn bestehende Sicherheitsfunktionen – etwa Mehr-Faktor-Authentifizierung, Festplattenverschlüsselung oder automatische Gerätesperren – konsequent aktiviert und verbindlich genutzt werden.

Was ist mobiles Arbeiten?

Mobiles Arbeiten ist Arbeit außerhalb eines festt eingerichteten Arbeitsplatzes im Unternehmen. Mitarbeitende arbeiten im Homeoffice, im Zug, im Hotel, bei Kunden, in Coworking-Spaces oder an wechselnden anderen Orten. Im Unterschied zu einem fest eingerichteten Büroarbeitsplatz können Unternehmen die Umgebung dabei nur eingeschränkt kontrollieren. Das betrifft unter anderem:

  • die verwendeten WLAN-Netzwerke
  • den Sichtschutz am Arbeitsplatz
  • den physischen Zugriff auf Geräte
  • die Nutzung privater Geräte
  • die lokale Speicherung von Dateien
  • die Installation von Updates
  • den Umgang mit vertraulichen Gesprächen und Dokumenten

Mobiles Arbeiten ist nicht automatisch unsicher. Es benötigt andere Schutzmaßnahmen als die Arbeit in einer kontrollierten Unternehmensumgebung.

Die häufigsten Cyberrisiken beim mobilen Arbeiten – und warum sie oft unterschätzt werden

Cyberangriffe entstehen nur selten durch spektakuläre Hackerangriffe auf Rechenzentren. Deutlich häufiger nutzen Angreifer alltägliche Situationen aus: Ein Mitarbeitender öffnet unterwegs eine präparierte E-Mail, meldet sich über ein gefälschtes WLAN an oder verliert ein unverschlüsseltes Notebook.

Gerade beim mobilen Arbeiten treffen drei Faktoren aufeinander, die Cyberkriminelle gezielt ausnutzen:

  • Mitarbeitende arbeiten außerhalb der gewohnten Umgebung.
  • Entscheidungen werden häufig unter Zeitdruck getroffen.
  • Kolleginnen und Kollegen oder die IT sind nicht unmittelbar erreichbar.

Dadurch entstehen Angriffsmöglichkeiten, die im Büro oft gar nicht vorhanden wären.

RisikoTypisches Beispielgeeignete Schutzmaßnahme
unsicheres Netzwerk
Zugriff über ein öffentliches Hotel-WLAN
Mobilfunk, persönlicher Hotspot oder abgesicherter Fernzugriff über VPN
Phishing / Kontodiebstahl
Zugangsdaten werden durch Phishing erbeutet z.B. über gefälschte Email, SMSMFA (Multi-Faktor-Authentifizierung)
Geräteverlust
Laptop bleibt im Zug oder Taxi liegen
Verschlüsselung, Bildschirmsperre und Fernlöschung über UEM bzw. MDM
Shoulder Surfing /Mitlesen von InformationenArbeit an vertraulichen Unterlagen im ZugSichtschutzfolie und bewusste Wahl des Arbeitsplatzes
QuishingQR-Code auf Flyern, Stickern etc,URL prüfen

Warum die Urlaubszeit das Risiko zusätzlich erhöht

Während der Ferienzeit verändern sich die Arbeitsabläufe in vielen Unternehmen. Mitarbeitende sind im Urlaub, Vertretungen übernehmen ungewohnte Aufgaben und Entscheidungen müssen oft kurzfristig getroffen werden. Genau diese Situationen nutzen Cyberkriminelle gezielt aus.

Typische Beispiele sind:

  • gefälschte E-Mails mit angeblich dringenden Zahlungsanweisungen,
  • vermeintliche Nachrichten der Geschäftsführung,
  • manipulierte Hotel- oder Reisebuchungsbestätigungen,
  • Phishing-E-Mails mit Hinweisen auf gesperrte Microsoft-365-Konten,
  • gefälschte QR-Codes in Hotels, Restaurants oder auf Informationsschildern.

Je weniger Rückfragen gestellt werden können und je größer der Zeitdruck ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Angriff erfolgreich ist.

Praxisbeispiel
Ein Vertriebsmitarbeiter befindet sich auf einer Geschäftsreise und erhält eine E-Mail, die scheinbar von der IT-Abteilung stammt. Darin wird er aufgefordert, sich aufgrund eines Sicherheitsupdates erneut bei Microsoft 365 anzumelden. Die Login-Seite wirkt täuschend echt.
Da im Unternehmen Multi-Faktor-Authentifizierung aktiviert ist und der Mitarbeitende die ungewöhnliche Aufforderung telefonisch bei der IT überprüft, wird der Betrugsversuch erkannt, bevor Zugangsdaten kompromittiert werden.
Die Lehre daraus: Technische Schutzmaßnahmen und geschulte Mitarbeitende ergänzen sich. . Erst das Zusammenspiel aus technischen Schutzmaßnahmen, klaren Prozessen und sensibilisierten Mitarbeitenden sorgt für ein wirksames Sicherheitskonzept.

Kurz erklärt: Was ist Social Engineering?

Social Engineering beschreibt Angriffe, bei denen nicht technische Schwachstellen, sondern Menschen manipuliert werden. Ziel ist es, Vertrauen auszunutzen und Mitarbeitende zu Handlungen zu bewegen, die sie unter normalen Umständen nicht ausführen würden – etwa das Herausgeben von Zugangsdaten, das Freigeben einer Zahlung oder das Öffnen eines schädlichen Anhangs.

Mit generativer KI sind solche Angriffe heute deutlich glaubwürdiger geworden. Sprachstil, Grammatik und sogar persönliche Informationen lassen sich überzeugend nachahmen.

Sie möchten prüfen, wie gut Ihr Unternehmen für mobiles Arbeiten abgesichert ist?

Gemeinsam analysieren wir Ihre bestehende Sicherheitsarchitektur, identifizieren potenzielle Schwachstellen und entwickeln ein passendes Sicherheitskonzept – von der Endpoint Security über Security Awareness bis hin zu Notfallprozessen und Compliance-Anforderungen.

Tipp: Nicht jede Bedrohung hat die gleiche Relevanz. Analysieren Sie regelmäßig, welche Risiken für Ihr Unternehmen tatsächlich bestehen. Für viele mittelständische Unternehmen sind Phishing, kompromittierte Benutzerkonten und fehlende Sicherheitsprozesse heute deutlich kritischere Risiken als hochkomplexe Angriffe auf die IT-Infrastruktur.

So schützen Sie Unternehmensdaten unterwegs

1. Mobile Endgeräte absichern

Mobile Endgeräte sind häufig der erste Angriffspunkt. Deshalb sollten Unternehmen sicherstellen, dass alle Laptops, Smartphones und Tablets zentral verwaltet und regelmäßig aktualisiert werden. Betriebssysteme, Browser und Anwendungen sollten automatisiert mit Sicherheitsupdates versorgt werden. Zusätzlich empfiehlt sich eine vollständige Festplattenverschlüsselung, damit gespeicherte Daten auch bei Verlust oder Diebstahl geschützt bleiben.

Ebenso wichtig sind automatische Bildschirmsperren, sichere Anmeldeverfahren sowie regelmäßige Backups. Moderne Endpoint-Management-Lösungen ermöglichen es außerdem, Geräte aus der Ferne zu sperren oder zu löschen.

Weiterführender Artikel: Mobile Endgeräte sicher verwalten – Best Practices für Unternehmen (geplant)

2. Benutzerkonten und Identitäten schützen

Viele erfolgreiche Cyberangriffe beginnen heute nicht mit einer technischen Schwachstelle, sondern mit kompromittierten Zugangsdaten. Deshalb reicht ein starkes Passwort allein längst nicht mehr aus.

Für alle geschäftskritischen Systeme ist es sinnvoll eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) verpflichtend einzusetzen. Moderne Verfahren wie Passkeys oder Hardware-Sicherheitsschlüssel erhöhen den Schutz zusätzlich und verbessern gleichzeitig den Bedienkomfort.

Wir empfehlen das Prinzip der minimalen Berechtigungen: Mitarbeitende erhalten nur Zugriff auf die Systeme und Daten, die sie tatsächlich für ihre Aufgaben benötigen. Das reduziert den potenziellen Schaden, falls ein Benutzerkonto kompromittiert wird.

3. Sichere Netzwerkverbindungen nutzen

Ob Hotel, Flughafen oder Café – öffentliche WLAN-Netze gehören zu den häufigsten Risiken beim mobilen Arbeiten. Nicht jedes Netzwerk ist vertrauenswürdig, und manipulierte Hotspots lassen sich oft nur schwer erkennen.

Klare Vorgaben für Mitarbeitende sind die Lösung:

  • bevorzugt Mobilfunk oder persönliche Hotspots nutzen,
  • öffentliche WLANs nur mit verschlüsselten Verbindungen verwenden,
  • VPN-Lösungen für den sicheren Zugriff auf interne Systeme einsetzen,
  • sensible Administrationsaufgaben möglichst nicht über öffentliche Netzwerke durchführen.

Praxis-Tipp: Ein VPN schützt die Datenübertragung, ersetzt jedoch keine weiteren Sicherheitsmaßnahmen wie MFA oder aktuelle Endgeräte.

4. Mitarbeitende als wichtigste Sicherheitsinstanz stärken

Technische Schutzmaßnahmen sind unverzichtbar – viele erfolgreiche Cyberangriffe beginnen mit einer menschlichen Fehlentscheidung. Phishing-E-Mails, Social Engineering oder manipulierte QR-Codes haben das Ziel Menschen zu täuschen.

Regelmäßige Awareness-Schulungen, realistische Phishing-Simulationen und klar definierte Meldewege helfen dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und richtig zu reagieren. Besonders wirksam sind kurze, kontinuierliche Lerneinheiten statt einmaliger Schulungen.

Weiterführende Artikel

5. Organisatorische Maßnahmen: Technik allein reicht nicht aus

Cyber Security ist keine reine IT-Aufgabe. Viele Sicherheitsvorfälle entstehen durch fehlende Prozesse oder unklare Verantwortlichkeiten. Gerade während der Urlaubszeit oder auf Geschäftsreisen sollten Unternehmen organisatorische Maßnahmen fest etablieren.

Klare Vertretungsregelungen

Vertretungen benötigen die richtigen Berechtigungen – aber nicht mehr als nötig. Kritische Freigaben, etwa für Zahlungen oder Änderungen an IT-Systemen, sollten grundsätzlich nach dem Vier-Augen-Prinzip erfolgen.

Notfallplan für verlorene Geräte

Jeder Mitarbeitende sollte wissen, wie bei Verlust oder Diebstahl eines Unternehmensgeräts vorzugehen ist:

  1. Vorfall sofort melden.
  2. Gerät aus der Ferne sperren oder löschen.
  3. Zugangsdaten zurücksetzen.
  4. Sicherheitsvorfall dokumentieren und bewerten.

Weiterführender Artikel:

Regelmäßige Überprüfung von Berechtigungen

Mitarbeitende wechseln Aufgaben, Teams oder Projekte. Daher sollten Zugriffsrechte regelmäßig überprüft und nicht mehr benötigte Berechtigungen konsequent entfernt werden.

Checkliste: Ist Ihr Unternehmen für mobiles Arbeiten gut vorbereitet?

  • Maßnahme
  • Sicherheitsupdates werden zentral verwaltet
  • Festplattenverschlüsselung aktiviert
  • Multi-Faktor-Authentifizierung eingerichtet
  • Mobile Geräte können zentral gesperrt werden
  • Öffentliche WLANs dürfen nur mit sicheren Verbindungen genutzt werden
  • Regelmäßige Awareness-Schulungen
  • Vertretungsregelungen sind dokumentiert
  • Erledigt

Fazit

Mobiles Arbeiten bietet Unternehmen große Chancen, stellt die IT-Sicherheit jedoch vor neue Herausforderungen. Erfolgreicher Schutz entsteht nicht durch eine einzelne Technologie, sondern durch das Zusammenspiel aus sicheren Endgeräten, geschützten Benutzerkonten, sicheren Netzwerkverbindungen und klaren organisatorischen Prozessen.

Unternehmen, die diese Maßnahmen konsequent umsetzen, reduzieren nicht nur ihr Cyberrisiko, sondern schaffen gleichzeitig die Grundlage für ein flexibles und produktives Arbeiten – unabhängig davon, ob Mitarbeitende im Homeoffice, auf Geschäftsreise oder beim Kunden tätig sind.

FAQ

Nein. Ein VPN schützt die Datenübertragung, ersetzt aber weder aktuelle Sicherheitsupdates noch Multi-Faktor-Authentifizierung oder geschulte Mitarbeitende.

Den Vorfall umgehend gemeldet melden. Anschließend das Gerät – sofern technisch möglich – aus der Ferne sperren oder löschen und den Zugriff auf Unternehmenskonten absichern.

Reduzierte Personalbesetzung, Vertretungen und Zeitdruck schaffen ideale Bedingungen für Phishing, CEO Fraud und Social Engineering.

Nicht zwangsläufig. Man sollte davon ausgehen, dass öffentliche Netzwerke potenziell kompromittiert sein können und entsprechende Schutzmaßnahmen vorgeben.

Kurze, regelmäßige Trainings – ergänzt durch Phishing-Simulationen – sind wirkungsvoller als eine einzelne jährliche Schulung.

Sie möchten prüfen, wie gut Ihr Unternehmen für mobiles Arbeiten abgesichert ist?

Gemeinsam analysieren wir Ihre bestehende Sicherheitsarchitektur, identifizieren potenzielle Schwachstellen und entwickeln ein passendes Sicherheitskonzept – von der Endpoint Security über Security Awareness bis hin zu Notfallprozessen und Compliance-Anforderungen.

Franka Theis
Strategic Account Managerin Cyber Security

E-Mail: Franka.Theis@systag.com
Telefon: +49 7123 / 92 02 – 16